
Preisverleihung
Februar 2025, Berlin
Preisträger
Peter Conrad mit meet2respect, Björn Wiese
Festredner/Redner
Bianca Richardt, Dr. Martin Brudermüller, Prof. Dr. Haci-Halil Uslucan, Dr. Susanne Eisenmann
Helga und Edzard Reuter-Preis 2024/2025:
meet2respect und Björn Wiese
Mit dem Helga und Edzard-Reuter-Preis 2024/2025 ehrte die Stiftung die Berliner Initiative meet2respect sowie den Eberswalder Bäckermeister Björn Wiese. Beide Preisträger engagieren sich seit Jahren für die Integration von Menschen verschiedener Herkunft und Religion. Die Stiftungspreise waren mit jeweils 15.000 Euro dotiert.
Die Preisverleihung des Jahres 2024 stand zugleich im Zeichen des Gedenkens. Überschattet wurde das Stiftungsjahr durch den plötzlichen Tod der beiden Stiftungsgründer Helga und Edzard Reuter im Oktober und November. So verband die Veranstaltung Trauer und Würdigung mit dem Blick auf die Zukunft und auf das fortdauernde Anliegen der Stiftung, Teilhabe, Verständigung und ein friedliches Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft zu fördern.
Im Max Liebermann Haus am Brandenburger Tor in Berlin, dem traditionellen Ort der Preisverleihung, erinnerten mehrere Redner an das Lebenswerk des Ehepaars Reuter. Dr. Martin Brudermüller, Aufsichtsratsvorsitzender der Mercedes-Benz Group AG, würdigte Edzard Reuter als einen Kämpfer für Freiheit und Demokratie, als visionären Manager und als engagierten Philanthropen. Bianca Richardt von der Stiftung Brandenburger Tor erinnerte an die vielen Jahre, in denen das Ehepaar Reuter mit seiner Stiftung dort zu Gast war. Das langjährige Kuratoriumsmitglied Prof. Dr. Haci-Halil Uslucan hob in seiner Rede den Lebensweg Edzard Reuters hervor und erinnerte an die gemeinsame Maxime des Stifterpaares, insbesondere Zuwanderinnen und Zuwanderern Teilhabe am Leben in Deutschland zu erleichtern.
meet2respect
Die Initiative meet2respect wurde für ihr langjähriges Engagement im interreligiösen Dialog ausgezeichnet. Mit ihrer Arbeit an Schulen baut sie Vorurteile ab, wirkt Hass entgegen und fördert ein tolerantes und friedliches Miteinander unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen.
Im Mittelpunkt der Arbeit von meet2respect stehen gemeinsame Schulbesuche von Imamen und Rabbinern, vor allem in fünften und sechsten Klassen und häufig an Schulen mit mehrheitlich muslimischer Schülerschaft. Ziel ist es, religiöse Konflikte oder antisemitische Vorfälle aufzugreifen, einzuordnen und junge Menschen zu einem gewaltfreien, toleranten und respektvollen Umgang miteinander zu ermutigen.
Im Gespräch mit Kuratoriumsmitglied Matthias Schmolz erläuterten der Geschäftsführer von meet2respect, Peter Conrad, die muslimische Referentin Seda Colak und der Rabbiner Elias Dray, wie junge Menschen unterschiedlicher Herkunft durch respektvolle Begegnung dazu motiviert werden können, auch untereinander respektvoll umzugehen.
In der Urkunde der Stiftung heißt es: „Die Organisation meet2respect ermöglicht durch ihre Arbeit mit Schulklassen einen interreligiösen Dialog, baut Vorurteile ab und bekämpft Hass. Sie stellt sich damit einer zentralen gesellschaftlichen Herausforderung.“

Björn Wiese
Björn Wiese erhielt den Stiftungspreis 2024/2025 für sein beispielhaftes Engagement für Integration im beruflichen Alltag. Als Bäckermeister in Eberswalde schafft er seit vielen Jahren konkrete Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt für Menschen mit Migrationshintergrund und lebt in seinem Unternehmen ein Miteinander, das von Offenheit, Verantwortung und Entwicklungschancen geprägt ist.
In seinem Bäckereiunternehmen bildet er junge geflüchtete Menschen aus und bietet ihnen Arbeitsplätze an. Rund zwanzig Prozent der Belegschaft haben einen Migrationshintergrund; einige von ihnen haben inzwischen Leitungsfunktionen übernommen. Damit zeigt sein Betrieb in besonderer Weise, wie Integration im Alltag gelingen und zu einer selbstverständlichen Stärke eines Unternehmens werden kann. Sein Engagement reicht dabei über den eigenen Betrieb hinaus. Seit Ende des vergangenen Jahres wirkt er zudem im Beirat für Migration und Integration des Landkreises Barnim in Brandenburg mit.
Im Gespräch mit Dr. Susanne Eisenmann, der Kuratoriumsvorsitzenden der Stiftung, schilderte Björn Wiese, wie er im Zuge der Fluchtzuwanderung des Jahres 2015 mit den Herausforderungen von Integration unmittelbar konfrontiert wurde und Schritt für Schritt zu der Überzeugung gelangte, selbst Verantwortung zu übernehmen und konkret zu handeln.
In der Urkunde, die ihm Dr. Susanne Eisenmann überreichte, heißt es: „Herr Wiese beweist eindrücklich, dass jeder Einzelne Vorbild sein kann. Er ermöglicht seit vielen Jahren Menschen mit Migrationshintergrund konkrete Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt.“

Preisverleihung 2024/2025
Mit der Auszeichnung von meet2respect und Björn Wiese setzte die Stiftung ein Zeichen für Engagement, das Verständigung im Alltag konkret werden lässt. Während meet2respect Räume des interreligiösen Dialogs schafft und Vorurteile frühzeitig abbaut, eröffnet Björn Wiese durch Ausbildung und Beschäftigung reale Teilhabechancen im Arbeitsleben.
Beide Preisträger stehen damit in besonderer Weise für das, wofür Helga und Edzard Reuter mit ihrer Stiftung eingetreten sind: für eine Gesellschaft, in der Unterschiedlichkeit nicht trennt, sondern als Grundlage eines respektvollen und gelingenden Zusammenlebens verstanden wird.
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